Ratgeber

Website-Relaunch: Checkliste für 2026

Ein Relaunch ist mehr als ein neues Design. Diese Checkliste führt dich durch Inhalte, Redirects, SEO, Technik, Recht und den Launch – damit deine Website schneller wird, ohne Anfragen zu verlieren.

Stand: Oktober 2026 · Praxis aus Webdesign, Software und IT-Betrieb

Kurzantwort: Ein Relaunch ist ein Umzug, kein Neuanstrich

Beim Relaunch bleibt selten alles gleich: URLs, Inhalte, Technik, Tracking und manchmal auch die Domain ändern sich. Genau dort entstehen die typischen Probleme – Rankings fallen, weil Weiterleitungen fehlen, Formulare schicken keine Mails mehr oder alte Backlinks laufen ins Leere. Die Lösung ist keine einzelne Maßnahme, sondern eine Reihenfolge: erst Bestand aufnehmen, dann migrieren, dann testen, erst danach live gehen.

✓ Alte URLs und Rankings kennen, bevor etwas gelöscht wird
✓ 301-Weiterleitungen auf die inhaltlich passende Seite
✓ Formulare, Tracking und Consent nach dem Launch testen
✓ Backup und Rollback vor der DNS-Umstellung

1. Ziele und Bestandsaufnahme

Ein Relaunch ohne klares Ziel wird schnell teuer. Vor dem ersten Entwurf sollte feststehen, was die neue Website besser machen soll: mehr Anfragen, bessere Auffindbarkeit, schnellere Ladezeiten, ein moderneres Design oder ein einfacheres CMS. Danach richtet sich der Umfang.

  • ✓ Warum relaunchen wir? Problem, Ziel und Erfolgskriterium notieren.
  • ✓ Baseline messen: Zugriffe, Anfragen, wichtigste Seiten, Rankings und Conversion-Pfade.
  • ✓ Search Console prüfen: indexierte Seiten, 404s, Weiterleitungen und Core Web Vitals.
  • ✓ Seiten inventarisieren: jede URL mit Inhalt, Traffic, Backlinks und künftiger Ziel-URL.
  • ✓ Technik dokumentieren: CMS, Plugins, Formulare, Schnittstellen, Hosting, DNS und Mail.

Tool-Tipp: Der SEO-Check zeigt die technische Basis der aktuellen Website; die Search Console liefert die echten URL- und Suchdaten.

2. Inhalte und Seitenstruktur

Beim Relaunch ist die Versuchung groß, alles neu zu schreiben und alte Seiten einfach verschwinden zu lassen. Besser ist eine bewusste Entscheidung pro URL: behalten, zusammenführen, ersetzen oder löschen. Jede Entscheidung braucht eine Ziel-URL.

Alte URLEntscheidungNeue URL / Aktion
/leistungen/webdesignbehalten/leistungen/webdesign
/homepagezusammenführen/ → 301
/alte-kampagneersetzen/neue-kampagne → 301
/spam-altlastlöschen410 Gone

Wichtig: Nicht jede alte URL pauschal auf die Startseite leiten. Eine 301 auf die inhaltlich nächste Seite ist für Nutzer und Suchmaschinen verständlicher. Echte Altlasten ohne Wert können 410 liefern; bestehende Backlinks und Rankings sind vorher zu prüfen.

3. Technik und Daten

Vor dem Launch braucht es eine Testumgebung, ein vollständiges Backup und einen klaren Rollback-Plan. Dazu gehört mehr als ein Datenbank-Dump: Formulare, Uploads, Konfiguration, DNS und Mailzugänge müssen bekannt sein.

Staging

Neue Website auf einer Testdomain oder geschützten Subdomain betreiben.

Backup

Dateien, Datenbank und relevante Dienste sichern; Wiederherstellung einmal testen.

Formulare

Empfänger, SMTP, Spamfilter, Bestätigungsmails und Fehlerfälle prüfen.

Integrationen

CRM, Newsletter, Buchung, Shop, Analytics und Schnittstellen testen.

DNS & SSL

TTL vor der Umstellung senken, Zertifikat und Weiterleitungen prüfen.

Monitoring

Uptime, Fehlerlogs und Formular-Eingänge nach dem Launch beobachten.

4. SEO beim Relaunch

SEO beginnt beim Relaunch nicht erst nach dem Launch. Die wichtigsten Punkte lassen sich vorher vorbereiten und danach prüfen. Entscheidend sind klare URLs, passende Weiterleitungen und Inhalte, die ihre Aufgabe behalten.

  • ✓ URL-Mapping: alte URL → neue URL, inklusive 301-Status.
  • ✓ Canonicals: jede Seite zeigt auf die richtige, indexierbare URL.
  • ✓ Titles & Descriptions: pro Seite einzigartig, keine leeren oder doppelten Meta-Daten.
  • ✓ Überschriften: genau eine H1, logische H2/H3-Struktur.
  • ✓ Interne Links: wichtige Seiten bleiben erreichbar; keine Links auf alte URLs.
  • ✓ Sitemap & robots.txt: nur indexierbare Seiten in der Sitemap, keine Noindex-Seiten.
  • ✓ Strukturierte Daten: Organization, Service, FAQ und Artikel nach dem Launch erneut prüfen.

Nach dem Launch: Sitemap in der Search Console prüfen, 404-Bericht beobachten und keine Massen-Indexierung erzwingen. Echte Inhaltsänderungen und saubere interne Links sind wichtiger als kurzfristige Anträge.

5. Performance und Barrierefreiheit

Eine neue Website sollte nicht nur gut aussehen, sondern schnell und bedienbar sein. Prüfe vor dem Launch die Core Web Vitals, die wichtigsten Seiten auf dem Smartphone und die Tastaturbedienung. Barrierefreiheit ist für viele Unternehmen außerdem eine wachsende Anforderung – Kontraste, Alternativtexte und Formularlabels sind ein guter Anfang.

6. Recht und Sicherheit

Ein Relaunch ist ein guter Zeitpunkt, um rechtliche Pflichtseiten und die technische Sicherheit zu prüfen. Dazu gehören Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-/Consent-Logik und die tatsächlich geladenen Drittanbieter. Auch E-Mail spielt eine Rolle: Formulare und Systemmails sollten zuverlässig ankommen.

  • ✓ HTTPS erzwingen, HSTS und gültiges Zertifikat prüfen.
  • ✓ Cookie-Banner nur laden, was tatsächlich der Einwilligung entspricht.
  • ✓ Impressum, Datenschutz und AGB aktualisieren.
  • ✓ Formularmails mit SPF, DKIM und DMARC sauber versenden.
  • ✓ Backups, Zugriffe und Admin-Konten nach dem Launch prüfen.

Rechtliche Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung. Bei Unsicherheit die zuständige Stelle oder eine Rechtsberatung einbeziehen.

7. Launch-Tag: die letzte Prüfung

Am Launch-Tag zählt eine kurze, klare Reihenfolge. Lieber einmal mehr testen als nachträglich erklären, warum Anfragen fehlen.

Die Checkboxen sind eine Erinnerung, kein gespeicherter Status. Für den echten Launch eine eigene Liste mit Verantwortlichen und Uhrzeiten führen.

8. Nach dem Launch: 24 Stunden, 7 Tage, 90 Tage

Nach dem Launch beginnt die eigentliche Beobachtung. Kurzfristige Schwankungen sind möglich; wichtig ist, Muster zu erkennen und technische Fehler sofort zu beheben.

24 Stunden

Uptime, Formulare, 404s, SSL und die wichtigsten Weiterleitungen prüfen.

7 Tage

Search-Console-Berichte, Zugriffe, Conversion-Pfade und Fehlerlogs vergleichen.

90 Tage

Rankings, Anfragen und Core Web Vitals bewerten; Inhalte und interne Links nachschärfen.

Fragen zum Website-Relaunch

Wie lange dauert ein Website-Relaunch?

Das hängt vom Umfang ab: Bestandsaufnahme, neue Struktur, Design, Umsetzung, Migration und Tests brauchen je nach Projekt mehrere Wochen. Ein kleiner Relaunch mit wenigen Seiten ist schneller möglich als eine Migration mit Shop, Buchung oder Schnittstellen. Den konkreten Zeitplan legen wir nach der Bestandsaufnahme fest – mit Meilensteinen und Puffer für Tests.

Was kostet ein Website-Relaunch?

Ein Relaunch ist ein neues Projekt. Zur Orientierung: Unsere Website-Pakete starten bei 990 €, der Komplett-Umfang bei 1.990 € und Premium bei 2.990 €. Aufwendige Migrationen, individuelles Design, SEO-Betreuung oder neue Funktionen kalkulieren wir nach Umfang. Du bekommst einen Festpreis für den vereinbarten Standardumfang; darüber hinaus je nach Umfang auf Anfrage.

Verliere ich bei einem Relaunch meine Google-Rankings?

Nicht automatisch – aber ein Relaunch ist ein technischer Eingriff. Die größten Risiken sind fehlende oder falsche 301-Weiterleitungen, versehentlich entfernte Inhalte, Noindex-Fehler und kaputte interne Links. Wenn URL-Struktur, Inhalte und Technik sauber migriert werden, sind die Chancen gut, die Sichtbarkeit zu halten. Kurzzeitige Schwankungen sind normal; beobachte die Search Console nach dem Launch engmaschig.

Müssen alle alten URLs weitergeleitet werden?

Nein, aber alle URLs mit Backlinks, Rankings oder echten Zugriffen sollten eine passende 301-Weiterleitung auf die inhaltlich nächste Seite erhalten. Nicht alles auf die Startseite umleiten: Pauschale Weiterleitungen auf die Homepage helfen Nutzern selten weiter und verwässern die Relevanz. Echte Spam- oder Malware-Altlasten können dagegen bewusst 410 liefern.

Was gehört vor dem Launch in ein Backup und Rollback-Konzept?

Vor dem Launch: vollständiges Backup von Dateien, Datenbank und Mail-/Formularrelevanten Daten, getestete Wiederherstellung, eine Staging-Umgebung und ein klarer Rollback-Plan. Vor der DNS-Umstellung die TTL senken, damit Änderungen schnell zurückgenommen werden können. Nach dem Launch prüfen wir Formulare, Redirects, Tracking, SSL und die wichtigsten Geschäftsprozesse.

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