WooCommerce oder eine eigene Lösung?
Für die meisten Shops ist WooCommerce auf WordPress die wirtschaftlichste Wahl: bekanntes System, breite Anbieterlandschaft, viele Zahlungsanbieter. Es gibt aber eine Grenze, ab der daraus ein Bauwerk aus Erweiterungen wird, das niemand mehr überblickt.
- • du eine überschaubare Produktzahl verkaufst
- • Standard-Anforderungen an Versand und Zahlung genügen
- • du Inhalte und Produkte selbst pflegen willst
- • der Shop auch als Website mit Content funktionieren soll
- • das Budget begrenzt ist und schnell etwas stehen muss
- • Preise, Staffeln oder Verfügbarkeiten eigenen Regeln folgen
- • Warenwirtschaft, ERP oder Lagerhaltung angebunden werden muss
- • B2B-Bestellungen mit Freigabe- und Rollenlogik nötig sind
- • sehr viele Produkte oder Varianten verwaltet werden
- • der Checkout deutlich anders laufen soll als im Standard
Diese Einschätzung geben wir vor dem Angebot ab, nicht danach. Wenn absehbar ist, dass du in zwei Jahren wegen der Erweiterungen alles neu bauen musst, sagen wir das vorher.
Was ein Onlineshop kostet
Die ehrliche Antwort: Es gibt keinen sinnvollen Pauschalpreis, weil die Kosten fast vollständig am Umfang hängen. Es gibt aber belastbare Größenordnungen – und die Faktoren, die den Preis tatsächlich verschieben:
| Umfang | Größenordnung | Typisch enthalten |
|---|---|---|
| Shop bis ~50 Produkte | ab 2.990 € | WooCommerce, Zahlung, Versand, Rechnungen, Rechtstexte eingebunden |
| Größerer Shop / Varianten | auf Anfrage | Varianten, Kategorien, Filter, Import, Mehrsprachigkeit |
| Shop mit Anbindung | ab 5.990 € | Warenwirtschaft, ERP oder Schnittstelle mit eigenen Regeln |
| Laufend | ab 9,90 €/Monat | Hosting, Updates, Backups mit Wiederherstellung, Monitoring |
Was den Preis nach oben treibt, ist selten die Anzahl der Seiten – es sind Produktdaten, Regeln und Schnittstellen. Deshalb kalkulieren wir große Shops nach Umfang statt nach Bauchgefühl, und nennen den Festpreis vor dem Start. Details: Was kostet eine Website in Österreich?
Die Pflichtthemen, die kein Plugin erledigt
Ein Shop ist mehr als eine Produktliste. Diese Punkte entscheiden darüber, ob er betrieben werden darf und ob er funktioniert – und sie werden bei Billigangeboten am häufigsten ausgelassen:
Übliche Wege in Österreich sind Kreditkarte, PayPal, Klarna und EPS-Überweisung. Was sinnvoll ist, hängt von Produkten, Warenkorbhöhe und Zielgruppe ab – nicht davon, was am schnellsten einzubauen ist.
Rechnungen, Umsatzsteuer und Beleglogik müssen zum Shop passen, inklusive Storno und Gutschrift. Wir setzen die Technik um; ob deine Rechnungsinhalte den formalen Anforderungen entsprechen, muss steuerlich geprüft werden.
Zonen, Gewichte, Sperrgut, Abholung, Lieferzeiten. Diese Regeln im Shop korrekt abzubilden ist der Teil, der erfahrungsgemäß am meisten Abstimmung braucht.
Für Verbraucher gilt ein Rücktrittsrecht. Der Shop muss das technisch abbilden können – Retouren, Erstattungen, Zustandsänderungen. Die rechtlichen Texte gehören juristisch geprüft, das ist nicht unsere Leistung.
Nur Dienste einbinden, die zur Datenschutzerklärung passen; Schriften selbst hosten, Tracking nur mit Einwilligung. Welche Skripte eine Seite lädt, kannst du jederzeit mit dem Cookie-Check nachsehen.
Grundpreise, Versandkosten und Steuerangaben müssen dort stehen, wo Kundinnen und Kunden sie erwarten. Wir bauen die Auszeichnung so, dass sie dazu passt.
Klare Grenze: Wir beraten zur technischen Umsetzung, nicht juristisch. Rechtsberatung zu Impressum, DSGVO, FAGG oder Preisauszeichnung ist ausdrücklich nicht Teil unserer Leistung.
Barrierefreiheit: für Shops oft kein „Nice to have"
Das österreichische Barrierefreiheitsgesetz gilt seit 28.6.2025 und erfasst ausdrücklich Onlineshops und Bestellstrecken, in denen Verbraucher einen Vertrag abschließen können – inklusive Bezahl- und Identifikationsschritten, nicht nur der Startseite. Kleinstunternehmen sind bei Diensten ausgenommen: weniger als 10 Mitarbeiter und höchstens 2 Mio. € Jahresumsatz bzw. Bilanzsumme.
Ein Shop-Formular ist dabei der heikelste Teil: Beschriftungen, Fehlermeldungen, Pflichtfelder und der Checkout sind genau die Stellen, an denen Barrieren entstehen – und genau die, die automatische Tests nur teilweise finden.
Woran Shops scheitern, die technisch funktionieren
Ein Shop kann fehlerfrei laufen und trotzdem nichts verkaufen. Die fünf häufigsten Gründe:
- 1. Er ist zu langsam. Jede zusätzliche Sekunde kostet Kaufentscheidungen – besonders auf Mobilgeräten, wo der größte Teil ankommt.
- 2. Der Checkout ist zu lang. Konto anlegen, drei Formularseiten, unklare Versandkosten. Jeder Schritt lässt Leute abspringen.
- 3. Produktbilder und Texte überzeugen nicht. Sie beantworten nicht die Fragen, die vor dem Kauf offen sind: Größe, Material, Lieferzeit, Rückgabe.
- 4. Man findet nichts. Fehlende Filter, unklare Kategorien, eine Suche, die Schreibvarianten nicht kennt.
- 5. Niemand sieht nach. Ein Shop ist nie fertig: Was gekauft wird, welche Seiten abbrechen, welche Zahlungen scheitern – das muss man regelmäßig lesen und nachbessern.
Deshalb liefern wir Shops nicht „fertig" aus und verschwinden. Wir richten die Messung ein, damit überhaupt sichtbar ist, wo Kundschaft verloren geht, und betreuen den Betrieb weiter – Hosting und Website-Betreuung aus derselben Hand.
Anbindungen: wenn der Shop zum Betrieb passen muss
Sobald Lager, Buchhaltung oder Auftragsabwicklung beteiligt sind, reicht ein Shop-System allein nicht mehr. Typische Fälle: Bestände aus der Warenwirtschaft, Rechnungsnummern aus der Buchhaltung, Produktdaten aus einer bestehenden Datenbank, Schnittstellen zu Logistik oder Kassensystem.
Das ist Softwareentwicklung, keine Shop-Konfiguration – und genau dort liegt unsere Stärke. Weiterlesen: Individualsoftware.